Hyperspace

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Alles was ein Masselaufwerk braucht: Dynamik, Schnelligkeit, ein souveränes, tonal richtiges Klangbild und viel Esprit.
Der Hyper ist eine extreme Weiterentwicklung des Spacedeck. Ein größerer und damit deutlich schwererer Plattenteller, doppelt so schwer wie der des Spacedeck. Wie beim Dais und Anna in bewährter Sandwichkonstruktion mit der Carbonauflage. Sobald die Carbonplatte auf dem schweren Aluspezialgußteller aufliegt stellt die Kombination, noch unterstützt durch die vier Dämpfungsringe, eine optimal bedämpfte, klingelfreie Basis für die aufgelegte Schallplatte dar. Im Gegensatz zu "toten" Konstruktionen kriegen wir aber hier die leider auch unerwünschten Schwingungen, die beim Abspielprozeß entstehen, optimal schnell abgeleitet. Auch das Lager ist nicht nur etwas größer als beim Spacedeck, es ist eine wesentlich aufwändigere Konstruktion. Das Lageröl befindet sich nicht nur einfach zwischen den Lagerflächen sondern wird kontinuierlich durch das Lager gepumpt. Wieder genial einfach aber extrem effizient gelöst. Der Motor ist durch die große Motorbasis sehr gut vom Rest isoliert. Zusätzlich durch die große Ratio zwischen Antriebskraft und Tellergewicht weiß das Laufwerk kaum, daß überhaupt ein Motor existiert. Neben "gar kein Motor" , die zweitbeste Lösung.

Hatten wir schon erwähnt, daß es jetzt in 20 Jahren Zusammenarbeit Nottingham / EnVogue annähernd keine, ich wiederhole, fast keine Reklamationen gab. Die Reklamationsquote liegt bei etwa 0.00001%.  Stets ist alles perfekt verarbeitet und nie fehlt auch nur das kleinste Teil. Bei Nottingham kann man wirklich von Liebe zum eigenen Produkt- sprechen. Vorbildlich!

Die gediegene, schwere Optik, eine wahrhaft ausgereifte Konstruktion und eine absolut souveräne Klangqualität versprechen dem ambitionierten Musikfreund die Erfüllung seiner analogen Träume.

Und der Preis? Ich behaupte: es gibt kein vergleichbares Produkt, so groß, so schwer, so klangstark in dieser Preisklasse.


HYPERSPACETEST in STEREO von Matthias Böde

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Der Chefredakteur der STEREO, Matthias Böde, schreibt in der STEREO höchstpersönlich den Test über die Kombination Hyper / Annaarm.

Schon allein diese Basis ist der Hammer! Für den aus hochverdichtetem HDF gefertigten, rund sieben Kilogramm schweren Sockel, auf dem Nottinghams an Masse gewiss nicht armen Hyperspace steht, würden andere Hersteller wohl solo bereits einige hundert Euro aufrufen. Hier gehört er zum Lieferumfang eines Laufwerks, das selbst für die geforderten Euro günstig erscheint.
Der Brite Tom Fletcher, der seit Anfang der Siebziger Plattenspieler baut und die Firma Nottingham an selbigem Ort betreibt, war es irgendwann einfach leid, dass der Klang des Hyperspace je nach Unterlage variierte. Mit dieser soliden, akustisch praktisch toten Platte, bei der man den "Klopftest" auch mit dem Hammer durchführen dürfte, schuf er sozusagen die Arbeitsgrundlage eines der faszinierendsten Plattenspielers, die uns bislang in die Finger kamen.
Tatsächlich strahlt der Hyperspace nicht nur optisch eine Gediegenheit und Ruhe aus, die ihn selbst aus der Menge erstklassiger Laufwerke herausheben. Wir haben uns den Nottingham-Dreher übrigens zusammen mit dem Anna-Arm der Briten angehört, dessen Einzelpreis immerhin mit engagierten 2490 Euro zu Buche schlägt. Gemeinsam mit dem edel marmoriert ( heute in schwarz ) ausgeführten Laufwerk gibt´s das Set als Paketangebot für xxxx Euro.
Und was bekommt man dafür? Zum Beispiel eine fette Teller/Lagereinheit, die sich auf zwei gedrehten Aluminiumteilen sowie einem Kunststoffträger abstützt. Ihre Basis mit der eingearbeiteten Lagerbuchse aus Bronze besteht ebenfalls aus dem extrem resonanzunempfindlichen HDF. Die Edelstahl-Lagerachse, die im Interesse der Unterdrückung unerwünschter Schwingungen an ihrer Oberfläche hart, nach innen jedoch weniger dicht ausgeführt wurde, ist mit dem Hauptteller aus Eisenguß verpresst. Der amorphe Guss ist im Bezug auf Resonanzen bereits sehr günstig. Hier wird er jedoch noch von drei Gummiringen bedämpft sowie von einer Graphitauflage gedeckelt. Schnippen Sie ruhig mal mit dem Fingernagel an den Tellerrand. Der Impuls wird von diesem Sandwich jäh erstickt.
Geklotzt wurde auch bei der Armbasis, einem üppigen Aluträger, der wie die anderen Aufbauten über harte Gummihalbkugeln mit der Grundplatte kontaktiert. Die Armbasis ist flexibel mit der Tellereinheit verbunden und lässt sich nach dem Lösen einer Schraube gegenüber dieser sowohl verdrehen als auch im Abstand verschieben. Die Montage unterschiedlich langer Tonarme ist so kein Problem. Wir hatten den korrekten Abstand für den Anna schnell ermittelt. Die Feinheiten regelt man während der Justage ja sowieso über die Längslöcher des Headshells.

... Chef Hans Obels: "Während zwölf Jahren, in denen wir Nottingham in Deutschland betreuen, gab es nicht eine einzige Reparatur." ( EV: die Jahre vergehen und tatsächlich gab es mittlerweile auch mal ein, zwei Motörchen und mal einen Massebrumm an einem Tonarm ).Tatsächlich haben wir an dem picobello verarbeiteten Gerät nichts gefunden, das nicht für die Ewigkeit geschaffen worden wäre.
Beeindruckt hat uns auch der Anna-Arm.
... durch den auch hier ausgeführten cleveren Materialmix etwa aus Aluminium, Edelstahl und Messing und nicht zuletzt aufgrund seiner guten Einstellbarkeit.
... Uns hat seine Justage viel Freude und keinerlei Mühe bereitet.
...Erwähnenswert ist auch die Reinsilberverkabelung, sowohl innen als auch als Zuleitung zum Verstärker.
Wer sich je gefragt hat, worin der spezielle Reiz eines Plattenspielers etwa hinsichtlich eines CD-Players besteht, der trete doch bitte mal an den Hyperspace heran. Genauso wie ein Ferrari schon schnell ist, wenn er nur auf dem Parkplatz steht, so verströmt der Nottingham jede Menge High End-Flair, selbst wenn er gar nicht spielt.
Senkte der Anna-Arm unseren Referenz-Tonabnehmer Benz LP, der wie auch etwa Ortofons famoses Venice eine sehr harmonische Ehe mit dem Schmuckstück einging, in die Rille, war sofort klar, mit welchem Kaliber von Plattenspieler wir es hier zu tun hatten. Es stellte sich unmittelbar jene bezaubernde, fesselnde Stimmung ein, die nur Komponenten einer gewissen Liga erzeugen können. Das Klangbild ist fest und schwirrt gleichsam vor Details, ohne das sich irgendeine Vordergründigkeit einstellt. Die Musik hat eine sonore, sich bruchlos aus dem Bass heraus aufbauende Homogenität und stellt sich auf breiter, weit zurückgestaffelter Bühne dem entzückten Zuhörer mit federnder Grazie bei gleichzeitiger Unerschütterlichkeit dar.
Es ist schwierig, jemandem davon zu berichten, der dies nicht kennt. Und die Eingeweihten wissen eh, was gemeint ist. Geniessen Sie zum Beispiel Respighis "Vögel" über den Hyperspace. Die bei Speakers Corner wieder veröffentlichte Mercury-Aufnahme von 1957 bietet dazu Gelegenheit. Ihre kraftvoll-satten Streicher schnurren schon während des Preludes harzig aus den Lautsprechern, verbreiten so eine Aura konzentrierter Behaglichkeit und differenzierten Schmelzes. Das Orchester spielt aus der Tiefe des Raumes heraus, ist wohl geordnet und liegt wie eine dreidimensionale Landsschaft aus Klängen da.
Das schaffen in dieser Art nur absolute Spitzendreher. Bereits der von uns so hoch geschätzte G10 von T+A - gerade mit integrierter Phonostufe ein Analog-Traum - gereichte an diese Geschlossenheit und Perfektion nicht heran, wirkte in seiner musikalischen Darstellung insgesamt flacher, strukturell weniger geordnet und selbstverständlich.
In Christy Moores Live-Konzert "At the Point" stand der Sänger plastisch auf der Bühne, vor sich das Publikum. Nicht nur, dass man über den Nottingham jede Nuance, jeden Zwischenruf aus der korrekten Richtung und Entfernung vernahm, gab der feinnervige Hyperspace die leichte Unruhe wieder, die eine größere Menschenmenge auch dann verursacht, wenn sie still ist.
Last but not least zählt der knorrige, bewegliche Bass zu den Highlights dieses Top-Plattenspielers. Er rubbelt geradezu die Tieftönermembranen ab, kann aber auch als zartes, unterschwellig wirkendes Gespinst in Erscheinung treten. Der Nottingham spielt einfach, was gefordert ist. Und davon rückt dieser Fels um keinen Millimeter ab.
FAZIT:
Ein Bild von einem Plattenspieler. Und das meint nicht nur das, was man sieht. Abseits seiner beeindruckenden Erscheinung ist das Hyperspace-Laufwerk nebst Anna-Arm in jedem Detail durchkonstruiert und durchdacht. Anders als andere britische Hersteller setzt Nottingham konsequent auf Masse - und fährt gut damit. Das Klangbild des 33 kg schweren Kolosses strotzt vor Solidität, Farbigkeit und Struktur. Der gelungene Materialmix sorgt zudem dafür, das sich keine Tonlage in den Vordergrund schiebt und die Homogenität beeinträchtigt. Clever ist auch der Antrieb mit extrem niedrigem Drehmoment, wodurch feinste Störungen vom Teller ferngehalten werden. Der Aufstieg im analogen HighEnd.
Vier Sterne!
EXCELLENT.

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Technische Daten

Maße B x H x T (incl. Tonarm): 490 mm x 250 mm x 380 mm

Lieferumfang:
-Acrylstaubschutzmatte
-HDF - Basisplatte
-Carbon-Auflage

Gewicht: 33 kg

 

Abb. unten - einmal mit 9/10" Arm, einmal mit 12" Arm

Hier sehen Sie, wie einfach es ist, sogar einen großen NOTTINGHAM Hyperspace selbst aufzustellen.

Bild 1: So kommt der Hyper an. Schon etwas mehr zu schleppen für die Post. Aber Sie wissen ja, die Transportkosten tragen wir.

Bild 2: Auspacken und Basis aufstellen.

Bild 3: Laufwerksunterteil auf Basis in Waage bringen. Verstellbar sind die beiden rechten Füsse. Sogar der Teelöffel wird mitgeliefert. Hier einen ganzen Löffel Öl ins Lager geben.

Bild 4: Die Achse des Tellers benetzen und einsetzen. Wieder selbst absinken lassen.

Bild 5: Carbonplatte auf Teller setzen und Dämpfungsringe um den Teller legen.

Bild 6: Motor aufstellen. Der Riemen soll gerade vom Pulli zum Teller laufen. Obere Nut für 45 U/min und die untere Rille für 33,33 U/min. Der Motor ist in seinem Fuss höhenverstellbar. Einfach hoch oder etwas herunter drücken.

Bild 7: Tonarm einsetzen wie gehabt. Hier ist unsere Markierung für bereits von uns justierte Nottinghams zu sehen. Den Arm genau bis zur Markierung einschieben und mit den beiden Imbusschrauben festziehen.

Und schon können Sie auch mit dem großen Masselaufwerk Hyperspace Musik hören. Und das auf einem Niveau - Sie werden Ihre Anlage nicht wiedererkennen.

Viel Spaß dabei.