Spacedeck

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Der Bestseller unter den Nottingham Analogues.
Ein Laufwerk, das Sie vergessen lässt, dass es sich ja eigentlich nur um eine Aufnahme handelt.
Kein Kopfzerbrechen mehr über die ideale Stellfläche, eine Basis aus HDF wird für eine stimmige Tonalität gleich mitgeliefert.

Nur logisch, dass er so beliebt ist.

PRESSESTIMMEN:

STEREO, 2/2004, Test Spacedeck / Spacearm von Holger Barske
TOTAL ABGESPACED
Britische Hifi-Geräte gelten gemeinhin als "etwas anders". Das SPACEDECK von NOTTINGHAM stützt diese These.
Überraschung Nummer eins: Es ist ein Masselaufwerk. Ein richtig schweres und kompromissloses dazu, zu einem Preis von 1890 Euro ohne Tonarm. Entwickler Tom Fletcher verfährt bei allen seinen Produkten nach der Maxime "so einfach wie möglich", und in dieser Hinsicht ist er auf witzige Ideen gekommen.
Das beginnt beim Plattenteller: Das mächtig schwere Gussteil, systembedingt ein potenzieller Resonator, wird durch zwei umlaufende Gummiriemen am Klingeln gehindert. Das funktioniert in der Praxis erstaunlich gut, wie der "Klopftest" zeigt. Das Tellerlager ist eine Konstruktion mit Edelstahlachse, Spezial-Sinterbronze-Büchse, und die hat es in sich: Das Material ist nämlich an der Lager fläche dichter als weiter außen und sorgt so für ein gewisses Maß an Dämpfung. Das Lagerspiel dieser Anordnung ist übrigens extrem klein: Bevor der schwere Teller bei der Montage auf die Stahl-Lagerkugel abgesunken ist, vergeht locker eine halbe Stunde. Für eine effektive Entkopplung sorgt die auch einzeln erhältliche "Spacemat". Die extrem leichte, aus einem geschäumten Neopren-ähnlichen Material bestehende Tellerauflage soll auch auf anderen Laufwerken klanglichen Zugewinn bringen.
Die Laufwerksbasis besteht, wie die serienmäßige Unterstellplatte, aus "HDF". Das ist die edlere Version der bekannten mitteldichten Faserplatte und merklich stabiler und höher dämpfend als der Klassiker. Das Chassis ruht auf drei höhenverstellbaren Gummifüßen, wovon einer als Armbasis dient. Und auf dieser montiert der Vertrieb eine weitere, einzeln 990 Euro teure Spezialität aus dem Hause Nottingham: Der "Space-Arm" ist ein neun Zoll langer Tonarm, der über ein modifiziertes Einpunktlager verfügt: Neben der Führung über die Edelstahlspitze gibr es noch zwei balkenförmige Führungen, die dem Arm das Taumeln um die Längsachse austreiben: Eine Azimuteinstellung ist hier weder nötig noch möglich. Das Armrohr ist eine Kohlefaserkonstruktion, bei der die Fasern exakt in Längsrichtung verlaufen, am Ende sitzt ein sehr leichtes Aluminium-Headshell. Das Lagergehäuse besteht ebenfalls aus dem Leichtmetall, sehr gut gefällt die einfallsreiche Antiskating-Einstellung über einen Hebel mit Gegengewicht. Die Auflagekraft läßt sich durch Verschieben des hängenden Messinggewichts bewerkstellen; das ist etwas fummelig, gelingt in letzter Konsequenz aber problemlos.
Den Antrieb des mächtigen Laufwerks besorgt ein Wechselspannungsmotor, der so wenig Kraft besitzt, dass er ohne Anstubsen schon ohne Teller nicht auf Touren kommt, mit per weichem Gummiriemen "angeschlossenem" Teller schon garnicht. Die Minimal-Drehmoment-Philosophie macht Sinn, entsteht so doch extrem wenig "ruckeln" im Antrieb. Wir konnten über den ganzen Testzeitraum keinerlei Abweichungen von der Nenndrehzahl feststellen, wenn das Ding läuft, dann läuft es. Abschalten kann man den Motor übrigens nicht, aber muß man letztlich auch nicht: Das Tellerlager ist so solide, daß auch jahrelanger Dauerbetrieb problemlos möglich ist, außerdem verbraucht der Motor kaum Strom und ist unhörbar leise.
Was man vom Klang dieser Kombination nun nicht behaupten kann: Spacedeck und Spacearm spielen mit unglaublicher Souveränität und Tiefe - hier schlägt das Massekonzept überzeugend durch. Töne bis in den tiefsten Keller, keinerlei Aufdickung oder Dröhnneigung - das schafft Luft für einen wunderschön plastischen und nuancierten Mittenbereich. Dabei arbeitet der unproblematisch mittelschwere Spacearm Unterschiede zwischen Tonabnehmern hervorragend heraus, sogar unsere Top-Referenz "Benz LP" ( Stereo 1/03 ) wirkte hier sehr gut aufgehoben.
Ein leichter Trend zu einem minimal nuancierten Hochtonbereich zieht sich durch, der überhaupt nicht übertrieben, sondern sehr fein wirkt. Räume zeichnet die Kombination kompakt, aber mit hervoragend fukossierter Abbildung, über alles dominiert eine majestätische Ruhe: Das sind Tugenden eines richtig großen Laufwerks. Und so lädt der Nottingham zu langen Reisen durch den Misikkosmos förmlich ein - "spacen" Sie los!
FAZIT:
Jawohl, Sie haben sich im Preis nicht verlesen: Im Paket bietet der Vertrieb Laufwerk und Arm fast xxx Euro günstiger an, und das macht diese Kombi zu einem Preisschlager. Der raffinierte "Anderthalbpunktarm" und das kompromisslose Masselaufwerk liefern ein Klangbild von betörender Schönheit: Mächtig tiefe und präzise Bässe, ein entschlackter und freier Mitteltonbereich und feine, leicht betonte Höhen: Da passt jeder Tonabnehmer, der nicht als ausgesprochen Höhenlastig gilt. Britisch-schräges lässt sich hier kaum entdecken, vielmehr überzeugen die vielen konsequenten angenehm eigenständigen Ideen an diesem Gerät. Erfreuliche Beigabe: eine Solidität, die auch "unfreundliche" Behandlung nicht übel nimmt. Preis/Leistung: EXZELLENT.

absolute sound 140
Das SPACEDECK mit dem SPACEARM bekommt in ABSOLUTE SOUND, Issue 140,
vom Herausgeber und High End Guru Harry Pearson den
BEST BUY 2003 und jetzt auch wieder in 2004

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audiophile 3/99

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... das Benz L04 passte dagegen um so besser. Jetzt entwickelte der Brite tollen Drive und einen besonders griffigen, vitalen und plastischen Mitteltonbereich. Der Nottingham setzte auf ein betont unkompliziertes Klangbild - nicht übertrieben weiträumig, dafür ganz nah dran an den musikalischen Grundwerten Melodie, Rhythmus und Dynamik. Es ist also nur logisch, dass das Spacedeck keinen Schalter besitzt - abschalten können Sie schließlich woanders

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Keep it simple and enjoy the music?

Tom Fletcher fand für sein Laufwerk Spacedeck einfache Lösungen – nicht billige, nicht halbgare, sondern: einfache. Das beginnt schon mit der Entscheidung für das Prinzip des Masselaufwerks. Wo kein Subchassis vorhanden ist, muss auch keines eingestellt werden und kann sich keines verstellen. Ich habe das Laufwerk von einem Rack ins Regal und vom Regal in ein anderes Rack umgesetzt und jedes Mal die wesentlichen Parameter überprüft. Nie hatte sich eine Einstellung auch nur um eine Nuance verändert. Hinzu kommt, dass sämtliche Justagearbeiten bei einem Masselaufwerk sehr viel einfacher sind, weil kein Chassis bei der Berührung ins Taumeln gerät. Das bedeutet natürlich nicht, ein Chassis-Laufwerk könne keine Musik machen. Aber bis man es in Form gebracht hat, braucht es doch etwas länger.

Tom Fletcher behagt die Vorstellung, ein Motor reiße mit Bärenkräften an einem Plattenteller, überhaupt nicht. Wie aber hält man die Antriebseinflüsse möglichst klein? Er meint am Telefon: kein Motor wäre am besten; ein möglichst schwacher Motor sei die theoretisch zweitbeste und praktisch beste Lösung. Darum hat er den Spacedeck-Motor sogar so schwach ausgelegt, dass er sich ohne einen Impuls von außen nicht zu drehen beginnt, noch nicht einmal ohne Last. Erst nach einem kräftigen Schubs am Plattenteller nimmt der Motor seine Arbeit auf. Die Kraft reicht dabei gerade aus, den Energieverlust bei der Rotation zu kompensieren und die Sollgeschwindigkeit zu halten. Wer den Teller zum Halten bringen will, der stoppt ihn am Außenrand mit der Hand. Wie sich der Verzicht auf einen Schalter in der Praxis bewährt? – Vorzüglich! Im Testbetrieb lief das Spacedeck-Laufwerk wochenlang anstandslos durch, das Plattenauflegen war auch beim drehenden Teller kein Problem, und einzig beim Umsetzen des Laufwerks auf einen anderen Untergrund und beim Tonabnehmerwechsel habe ich es gestoppt. Bewusst habe ich bei langsamer Klaviermusik darauf geachtet, ob die Sollgeschwindigkeit bei diesem minimalen Energieeinsatz vernünftig gehalten wird: Eine einmal angeschlagene Klaviersaite darf beim Ausklingen in der Tonhöhe nicht schwimmen – das Spacedeck macht das vorzüglich, egal ob ein Meister wie Radu Lupu die Tasten streichelt oder Tori Amos auf sie eindrischt.


Beim Spacedeck wird ein zum eigentlichen Betrieb nicht erforderliches Zubehörteil in Form einer Basis aus hochdichter Faserplatte, die auf vier soliden Gummifüßen steht, gleich mitgeliefert. Wetten, dass man sie dem Analogfan anderswo als definitives Tuning-Teil für 490 € extra unterschieben würde? Eigentlich könnte man das Laufwerk nämlich ohne diese Grundplatte auch direkt auf eine ebene Fläche stellen. Aber die Basis garantiert eine relative Unabhängigkeit vom Aufstellungsort. Im Vergleich zu vielen Laufwerksmimosen bleibt der Einfluss des gewählten Untergrundes hier hörbar kleiner. Auf einem Phonosophie-Rack klang es um eine Idee spritziger und dynamischer als auf einem stabilen Regalboden, der mit minimal größerer Ruhe im Klangbild für sich einnahm, aber audiophile Welten lagen nicht zwischen den beiden Varianten – die Veränderungen spielten sich in einem Bereich ab, der dem Geschmack und nicht dem Qualitätsurteil zuzurechnen wäre. Das eigentliche Laufwerk besitzt Gummifüße und wird schlicht und einfach auf die Basis gestellt, genau wie der Motor. Antriebs- und Laufwerkseinheit haben damit nur noch zwei Verbindungen miteinander, nämlich die gemeinsame Stellfläche und den flexiblen Antriebsriemen. Der erstaunlich schwere Plattenteller besteht aus einer Sandwich-Konstruktion aus hochdichter Faserplatte und Grauguss. Um ihm Eigenklang auszutreiben, wird er von einem dicken Gummiring stramm umfasst. Tom Fletcher benutzt zur Erläuterung das Bild einer Glocke: Normalerweise klingt sie laut und hell beim Anschlagen, weil das Material schwingen kann; wird es daran gehindert, klingt die Glocke allenfalls kurz und dumpf und das Material beruhigt sich schnell. Die Plattenteller-Auflage zeigt entfernte Verwandtschaft mit Taucheranzügen – ihr Spezialschaum stammt vom Neopren ab. Dabei ging es um einen Kompromiss zwischen hart und weich. Eine harte Ankopplung des Vinyls mache nur bei dem enorm aufwändigen Lager und Teller von Nottingham Analogues Spitzenmodell Sinn, klärt mich Hans Obels vom deutschen Vertrieb auf. Filz nehme dagegen dem Klang eine ganze Menge, sei aber gerade dadurch gnädiger gegenüber den kleinen Mängeln einfacher Plattenspieler. Für mich zeigt ein Detail wie die Spacedeck-Auflage, wohin die Ambitionen gehen: mehr Klang als bei der Fussel-Fraktion, aber eine Selbsteinschätzung mit Bodenhaftung, die auch die Grenzen des eigenen Produkts berücksichtigt. Ein Blick in den image hifi-Testspiegel macht klar: Vor uns steht das preiswerteste je von uns getestete echte Masselaufwerk.

Der Interspace-Arm hat Neun-Zoll-Format ( anm. EV 10 Zoll ) und stellt eine klassische Einpunktlager-Konstruktion dar. Er besitzt einen Karbonschaft und eine ziemlich pfiffige Antiskating-Einrichtung mit Schiebegewicht und Hebelwirkung. Sein hängendes Gegengewicht mit einem Messinginlett zur Feineinstellung der Auflagekraft wäre noch praktischer, wenn es zumindest eine grobe Skala gäbe. Ich habe jedenfalls beim Einbau eines Tonabnehmers ziemlich lange hin- und hergeschoben, bis die Tonarmwaage den Sollwert zeigte, weil mir beim Verstellen des Inletts manchmal das komplette Gegengewicht aus der Position geriet. Ich finde den Arm, um einen ersten Höreindruck vorwegzunehmen, im Zusammenspiel mit dem Spacedeck richtig gut und jede Empfehlung wert. Trotzdem bieten die toleranten Vinylfans aus der Stadt Robin Hoods auch Basen für Leute an, die mit einem Produkt von Linn, Rega, SME oder einem anderen Hersteller anbändeln wollen. Ja, sie leisten sogar der Promiskuität Vorschub: Wer will, kann den Motor auf die Sieben-Uhr-Position der Grundplatte stellen und für die Zehn-Uhr-Position eine weitere Tonarmbasis erwerben und zwei Arme um seine Gunst werben lassen. Gibt es so viel Freiheit sonst noch wo? – Sicher, aber nicht für 3000 Mark.

Beim deutschen Vertrieb bietet man Spacedeck und Interspace-Arm zusammen mit einem Benz MC Gold im günstigen Setpreis an. Diese Kombination habe ich über mehrere Wochen gehört, und ich empfehle sie sehr – kraftvoll und packend, souverän und geschlossen spielte das Team auf. Um aber eine Aussage über die Qualitäten von Laufwerk und Arm allein machen zu können, wollte ich einen Abtaster betreiben, dessen Eigenschaften ich besser kenne. Mit dem Preiswunder Benz MC Gold erschien die Raumabbildung etwas verengt, und der Hochtonbereich, also gerade die Heimstatt der von mir verehrten Damen wie Elisabeth Schwarzkopf oder Christa Ludwig, klang nicht ganz so frei, wie ich es vor einigen Monaten beim Amazon 2 erlebt und in image hifi 1/2001 beschrieben hatte. Im Mørch-Arm hatte ich damals das Lyra Lydian wegen seines offenen und neutralen Klanges schätzen gelernt. Also habe ich – selbstlos und nur darauf bedacht, die Wahrheit über das Spacedeck herauszufinden – beim deutschen Scan-tech-Vertrieb ein Lyra Lydian entliehen. Ein kleiner Schritt nach vorn? Ein großer? – Spacedeck und Interspace-Arm haben mich im Zusammenspiel mit dem Lyra Lydian jedenfalls nicht mehr nur überzeugt, sondern begeistert. Neben die für ein Masselaufwerk typische Ruhe und Basskontrolle traten ein erweiterter Dynamikbereich und, vor allem, ein vorzüglich aufgelöster Hochtonbereich. Und wo kann man den überzeugender erleben als bei einem Duett der beiden faszinierendsten Sängerinnen der sechziger Jahre? Christa Ludwig und Elisabeth Schwarzkopf bilden im „Recordare“ der Verdi-Requiem-Aufnahme von Giulini ein wohl nie wieder zu übertreffendes Traumteam. Die EMI-Aufnahme ist gar nicht unbedingt audiophil, aber was ich jetzt über das Spacedeck höre, macht glücklich: zwei mehr oder weniger parallel, in zwei Takten sogar identisch geführte Frauenstimmen, die man nicht nur in jedem Moment genau einer Person und ihrem Standpunkt zuordnen kann, obwohl sie sich die linke Bühnenhälfte teilen müssen, zwei Stimmen zudem, deren individuelle Eigenschaften überzeugend zur Geltung kommen – hier Schwarzkopfs fragilere, beweglichere, aber auch durchschlagendere Stimme, dort Ludwigs anmutige Natürlichkeit. Dabei frappiert die Stabilität der Wiedergabe: Ein Leiserwerden der Mezzosopranistin wird auch dann nicht zugedeckt, wenn die Sopranistin lauter wird. So verdient sich ein Laufwerk die höheren Weihen.

Wir können auch anders, sagt die Kombination, und schiebt mir anlässlich der „Explosion im Festspielhaus“ von den Einstürzenden Neubauten punktgenaue und dann weit in den Raum hineinwabernde, ultratiefe Bässe ins Zimmer. Das kriegt so souverän kein Subchassis-Spieler der Welt zum vergleichbaren Preis hin, denke ich für mich. Moment mal, gelten Einpunktlager-Konstruktionen wie der Interspace-Arm nicht eigentlich als etwas verzärtelt, wenn’s darum geht, ganz tief unten ganz fest hinzulangen? Interspace packt ohne Zögern drauf, wenn das Stück zum Ende hin dichter wird, und haut mir das Gegenteil um die Ohren. Lektion verstanden, Vorurteil abgelegt. Und nie wieder etwas über eine leicht verengte Raumdarstellung! Wenn ein Laufwerk es schafft, dass man beim Musikhören auf jedes Schallereignis mit dem Finger zeigen kann, dann gehört es wirklich in den Bereich der Geschmacksfragen, ob das auch weit außerhalb der Lautsprecherbreite noch unbedingt möglich sein muss. Ich würde sagen: Nur dann, wenn man dafür nicht eine Platte weniger kaufen muss.

Am meisten gefällt mir aber, dass Tom Fletcher mit dem Spacedeck etwas möglich macht, das sonst den großen, teuren Dickschiffen unter den Laufwerken vorbehalten bleibt: Ruhe und Stabilität bei fetten Blechbläsereinsätzen, riesigen Streicherapparaten und mächtigen Kesselpauken. Die renommierten Hundertschaften aus Amsterdam, Wien oder Berlin kamen mit Bruckner, Brahms oder Berlioz wunderbar souverän und wackelfrei über die Lautsprecher!

X-trakt:Tom Fletchers Kalkulation, hochwertige Materialien, einfachsten Aufbau und minimalen Energieeinsatz zum gemeinsamen Musik-Machen zu bringen, geht voll auf. Spacedeck und Interspacearm bilden zusammen nicht den besten Plattenspieler aller Zeiten, vermitteln aber mehr von der Faszination aus der Welt der ganz großen Laufwerksboliden, als ich für möglich gehalten hätte. Masse und Klasse zum Freundschaftspreis.


Helmut Rohrwild, Red. HiFi&RECORDS 4/2001 im Test:
NOTTINGHAM Spacedeck incl. NOTTINGHAM Interspace arm, NOTTINGHAM MM1 sowie BENZ MCgold

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"...Eigenwillig und unverwechselbar: Nottingham analogue hat mit der Spacedeck/Interspace- Kombination ein attraktives Paket geschnürt.

...In der Betriebsanleitung ist als Maßeinheit für die erste Ölung des Lagers "ein halber Teelöffel" angegeben. Das hat doch was... genauso wie die handschriftliche Original-Aufbauanleitung mit einer allerliebsten Skizze des Plattenspielers. Eine deutsche Anleitung liegt ebenfalls bei.

... Jetzt wird noch der Tonarm montiert und justiert. Der Interspace stellt den Einstieg in die Nottinghamsche Hierarchie dar, er zeigt alle typischen Eigenschaften von Mr. Fletchers Tonarmen: Stabilisierte Einpunktlagerung, verschiebbares Gegengewicht mit Subgewicht, Verdrehbakeit des Gewichts und ein Karbonfaserarmrohr sowie eine fixe Verkabelung bis zum Phono-Eingang. Auch klanglich gibt er die Familienzugehörigkeit zu erkennen. Die Montage ist einfach: Die Klemmhülse in die Basis einschieben, Tonarmkabel durchfädeln, den Schaft in die Klemmhülse stecken, und das war´s auch schon. Bis zur VTA-Justage sollte man nur eine der beiden Klemmschrauben an der Rückseite der Armbasis anziehen, das reicht vorerst völlig. Ein Tonabnehmersystem ist schnell eingebaut und bereit zur Justierung, die in zwei Schritten abläuft. Die mitgelieferte Schablone wird auf den Teller gelegt und der rechte Laufwerksfuß, der gleichzeitig die Armbasis ist, in der Horizontalen verschoben, bis man grobe Deckungsgleichheit mit den beiden Markierungen für die Nulldurchgänge erreicht hat. Dann muss der Teller noch mal runter, um die Fixierschrauben anziehen zu können. Teller wieder drauf und dann Feinjustage des Tonabnehmers in der Headshell, die erfreulich lange Schlitze der richtigen Weite hat. Wer sich schon mit zu knappen Schlitzen in einer Headshell herumgeärgert hat, wieß das zu schätzen. Jetzt noch die Tonarmhöhe in die Ausgangsposition bringen - Armrohr parallel zur Plattenoberfläche - und schon kann die erste Platte aufgelegt werden. Der Feinschliff der VTA-Einstellung soll beim Musikhören erfolgen.
Um einen grundsätzlichen Eindruck vom klanglichen Potential dieser Kombination zu gewinnen, habe ich als Erstes ein Decca-garrott-System eingebaut, das in der Regel schnell die Fähigkeiten eines Tonarms aufzeigt. Das extrem dynamische, nach vorne orientierte Klangbild dieses Abtasters möge bitte auch rüberkommen. Dem war in Maßen auch so, will sagen, im Rahmen seiner Möglichkeiten holte der Interspace-Arm das Machbare aus einem Decca. Bereits hier zeigt sich, dass die Spacedeck/Interspace-Kombi "aus einem Guss" spielt, die Musik, gleich welcher Couleur, intakt lässt und viel Spaß beim Hören vermittelt. Der Space-Arm konnte das noch besser, kostet aber auch deutlich mehr. Tonarm-hierarchie im Hause Nottingham ist offenkundig nicht nur pekuniärer Natur, sie ist auch klanglich nachvollziehbar. Also Decca wieder ausgebaut und der Reihe nach die beiden Tonabnehmer des Angebotspaketes eingebaut.

Das Nottingham Analogue MM1 ist ein Moving-Magnet-Tonabnehmer einfacher Bauart (Einzelpreis 398,- Mark), das beim Einbau keine Rätsel aufgibt. Ein unbekümmertes Hörvergnügen war nun angesagt. Das MM1 spielt locker und frech drauflos, lässt es grobdynamisch richtig krachen und bietet ein pralles Musikgeschehen. Das dabei ein bisschen Feindynamik auf der Strecke bleibt, die Auflösung recht grobkörnig und mehr Präzision machbar ist, schert niemanden - der Spaßfaktor ist einfach zu groß!

...Wem der Sinn nach mehr Feinheiten steht, wer eher die ruhige Gangart bevorzugt, kann gegen einen Aufschlag von 250,-Mark einen MC-Abtaster aus dem Hause Benz bekommen. Entsscheiden muss man sich zwischen MC Gold, ein Low-Output-System, und MC Silber mit High-Output. Wir hatten das MC Gold. Es ist genauso leicht einzubauen und einzustellen wie das MM1 und hatte das gleiche Umfeld. Es ist schon erstaunlich und spricht für die Ausgewogenheit dieser Laufwerk-Tonarm-Paarung, wie drastisch man mit einem Tonabnehmertausch den Gesamteindruck dieser analogen Kombination verändern kann - vom Spaßmacher zum Feingeist. Das Klangbild war nun ruhig, ausgewogen, mit viel Sinn für Details, aber es vermochte beim Hören genauso zu fesseln. Es war nie nervig, aber auch nicht langweilig. Hier wird schon eine ganze Menge an Feindynamik, an Information über die innere struktur von Musik geboten. Zwar kann das MC Gold auch richtig draufhauen, bevorzugt aber die etwas dezentere Gangart. Ich würde die Spielvereinigung aus Spacedeck, Interspace und MC Gold dem bewußten Klassikhörer empfehlen, der gelegentlich Ausflüge in andere musikalische Gefilde unternimmt. Ein ausgewogenes Paket, das seinen Preis rechtfertigt.
Wichtig erscheint mir noch der Hinweis, dass die Laufwerk/Tonarm - Kombination von den beiden Tonabnehmern des Paketangebotes nicht ausgereizt wird. Das ist bitte nicht als Kritik zu verstehen, sondern vielmehr positiv zu werten. Wenn der audiophile Virus zuschlägt, kann er durch den Einbau eines besseren Tonabnehmers gebändigt werden. Ich habe zu guter letzt noch ein ZYX R30 eingebaut, das exemplarisch neutral ist und mit viel feinauflösung und Raumbabbildung glänzt, und genau das kam auch in Nottingham-Kombination rüber. Potential nach oben ist also reichlich vorhanden.

FAZIT: EnVogue 24 hat ein feines Nottingham-Paket geschnürt, das rundum Freude macht. Laufwerk und Tonarm harmonieren ganz offensichtlich perfekt. Das gewünschte Klangbild lässt sich durch die Wahl des Tonabnehmers bestimmen. Das alles gibt es zu einem sehr fairen Preis - empfehlenswert.

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Technische Daten

Maße B x H x T (incl. Tonarm): 460 mm x 210 mm x 360 mm

Lieferumfang:
-Spacemat - Auflage
-Acrylstaubschutzmatte
-HDF - Basisplatte

Gewicht: 17 kg

Spacedeck Heavy Duty Upgradekit

Kann mit dem HeavyDutyKit aufgewertet werden. Eine zweite Tonarmbasis ist auf Wunsch montierbar.

Unsere günstigen Paketpreise finden Sie unter PREISE

Der Sandwich-Aufbau:
-HDF-Stellfläche
-höhenverstellbare Aluminiumbasen
-HDF-Chassis mit eingelassenem Bronzelager
-bedämpfter Aluminiumteller samt Laufwerkachse
-getrennter Motor.

Spacedeck Heavy-Duty Upgradekit
Bringen Sie Ihren Spacedeck einen gewaltigen Schritt näher an den Hyperspace.

Schritt 1: Man nehme die Spacemat vom Plattenteller und setze den neuen Adapter auf die Laufwerksachse.

Schritt 2: Jetzt die Graphitauflage aufsetzen und mit dem Bedämpfungsriemen versehen.

Schritt 3: Gleichen Sie nun die Höhendifferenz durch den mitgelieferten Adapter bei Motor und Tonarmbasis aus. ... Fertig! 

Das Resultat kann sich "nicht nur sehen" lassen:
Hat man sich an der noch massiveren Optik sattgesehen - offenbart sich ein Höchstmaß an Souveränität: Der Bass noch konturierter, eine klare Steigerung in jeder erdenklichen Form...
Insgesamt wirkt das Laufwerk kraftvoller, der Klang noch geschlossener.
Fazit: Das Upgrade-Kit macht aus dem Spacedeck ein neues Laufwerk - verbessert Nottinghams großen Wurf nochmals ohne Wenn und Aber!

Im Foto mit dem HD-Kit ist beispielhaft die EnVogue-Version des Spacedecks zu sehen. Optisch gleich.