Tipps & Kniffe

Keine Angst vorm Plattenspieler:

Nein das Teil beißt wirklich nicht. Und wenn Sie es selbst justieren, sind Sie immer weiter als der beste Händler. Warum? Weil wir normalerweise brandneue Teile zu justieren haben. Einspielzeit - nicht wirklich. Dann aber, nach mindestens 50 Std., kann man erst beurteilen wie es klingt. Aber er hat doch so viel mehr Erfahrung als ich! Mag sein, sollte so sein. Nur über eine Einstellung in Richtung 95% kommen wir beim besten Willen nicht hinaus. Grund: s.o.. Natürlich bieten wir und auch andere Händler eine Nachjustage an. Nach der Einspielzeit nochmal reinkommen und wir machen die Feinjustage. Dann paßt es richtig. Kann man so machen. Kostet auch nix extra. Klar. Aber - wieviel schöner, befriedigender ist es das neue System selbst perfekt auf den Punkt gebracht zu haben. Zu kompliziert? Nein, bestimmt nicht.

 

Plattenspielerjustage einfach, mal ohne Mathematik:

Grundsätzlich: Laufwerk in die Waage bringen.
Voraussetzung: Arm und System montieren.
1. Auflagegewicht einstellen.
2. Tonarm in die richtige Höhe bringen.
Dazu System auf Platte absenken und zwischen Schallplatte und Tonarm durchpeilen. So anheben oder absenken, daß sich der Arm parallel zur Plattenoberfläche befindet.
3. Kröpfung und Überhang:
Gibt es eine Angabe des Armherstellers wie groß der Abstand zwischen Armdrehpunkt (Mittelpunkt des Tonarmlagers) und Mittelpunkt Plattentellerachse sein soll, dann so einstellen.
Falls nicht:
Schönschablone auflegen.
Ja, klar, das Ding sieht irre kompliziert aus. Aber einfach ignorieren. Was Sie wirklich brauchen sind nur die Punkte A und B ( Justage Kröpfung und Überhang).
Die obligatorische, jetzt hier ins Spiel kommende, Bleistiftmine können Sie dann hier und jetzt gleich knicken. Sie verwenden bei den heutigen Systemen mit recht starken Magneten eine Stopfnadel. Die haftet magnetisch an der Vorderseite des Systems. Jetzt Tonarm absenken, daß der Diamant im Löchlein des Punkt B sitzt. Von oben peilen ob die Stopfnadel parallel zu den Strichen liegt. Falls nicht, Teller vor bzw. zurückdrehen bis parallel. Jetzt wissen Sie ob das System bzw. der Arm vor oder zurück müssen. Nicht verdrehen, nur vor oder zurück. Stimmt es hier, auf Punkt A setzen. Parallelität prüfen. Falls nicht, jetzt verdrehen, nicht verschieben, nur verdrehen, bis es stimmt. Zurück zu B und gegebenenfalls so lange A und B bis es bei beiden Punkten perfekt stimmt.
4. Antiskating:
Auf ca. den Wert der Auflagekraft einstellen. Falls keine Angaben am Arm ablesbar sind, mittleren Wert einstellen und vorerst fertig. Später mit Frauenstimme, Sopran ist hier gnadenlos, feineinstellen. Kommt die Stimme mittig klar und unverzerrt ist alles gut. Auslaufbereich oder rillenlose LP? Auch wenn es immer wieder empfohlen wird, so geht´s nicht. Die Skatingkraft entsteht erst durch die Rille.
4. Feinjustage:
Jetzt wird erstmals gehört. Aussagekräftige Platte auflegen. Wie gehabt, Frauenstimme, gute Räumlichkeit. Auflagekraft etwas vermindern und danach etwas erhöhen. Zu wenig = dünnes, schlankes Klangbild. Zuviel = bassiger, kompakt zugeschmierter Klang. Goldene Mitte finden. Dann Tonarmhöhe (VTA): etwas den Tonarm hinten höher bzw. tiefer einstellen. Höher = schlanker. Tiefer = voller. Hier kommt aber auch die Räumlichkeit und Plastizität mit ins Spiel. Haben Sie die perfekte Höhe gefunden, hat man den Eindruck das Klangbild "rastet ein". Es beginnt zu atmen. Analog, so wie es digital niemals erreichbar sein wird.

Sie brauchen: Tonarmwaage und Schönschablone. Beides günstig zusammen bestellen.
Natürlich gibt es produktspezifische kleine "Fallen". Natürlich kann man die Antiskating perfekt mit einem Oszillograph einstellen usw..
Wenn Sie wie beschrieben vorgehen, erreichen Sie ein sehr gutes Ergebnis. Mit zunehmender Erfahrung ein perfektes Klangbild.
Warum nicht einfach während des nächsten verregneten Wochenendes die Tonarmhöhe und das Auflagegewicht versuchen zu optimieren? Damit die Aktion nicht im Kaos enden kann: vor jeder Veränderung das Gewicht messen und für die Höhe eine kleine Markierung am Tonarmschaft anbringen. So finden Sie die ursprüngliche Einstellung immer wieder.
Und jetzt ran. Nur Mut. Und ... falls Sie mit irgendwas nicht klar kommen, rufen Sie mich an: 02436 / 382850. Hier werden Sie geholfen.

 

Netzphase:
In ganz wenigen Fällen hört man tatsächlich keinen klanglichen Unterschied wenn Sie den Netzstecker in der Steckdose drehen. Hier ist natürlich kein Handlungsbedarf.
In der Regel wird aber ein Unterschied zu hören sein. Um festzustellen wie herum es nun richtig ist, gibt es mehrere Möglichkeiten. Die Beste, für uns Händler, Sie kaufen ein teures spezielles Gerät. Genau so gut arbeitet allerdings ein Vielfachmessgerät. ¤ 5,-- reichen hier schon. Der Nachteil: hat man ein Gerät mit Schutzerdung ( Schukostecker ), was sicher die Regel ist, muß man die Erdkontakte abkleben. Dies darf ich als Techniker natürlich nicht empfehlen. Wird hiermit ausdrücklich verboten. Kann auch wirklich bei vorhandenen Defekten gefährlich werden. Ich sag nur wie es rein theoretisch ansonsten ginge: alle Chinchverbindungen lösen, an Masseklemme bzw. äußerem Rand einer Chinchbuchse und der Erde ( Schutzkontakt der Steckdose ) messen. Spannung herrscht hier um ca. 30 - 60 V. Dann Netzstecker drehen und nochmals messen. Der niedrigere Wert bestimmt die Steckerstellung.
Aber warum nicht einfacher. Ich empfehle die eigenen Ohren entscheiden zu lassen. Von vorn nach hinten jedes einzelne Gerät einmal so und einmal andersrum einstecken. Der entsprechend bessere Klang hat gewonnen.

 

Fehlersuche systematisch:

Anlage brummt!
Welches Gerät ist verantwortlich? Systematisch von hinten nach vorn vorgehen. Endverstärker, alternativ am Vollverstärker die Chinchkabel lösen: Brumm ist weg, die/ der Verstärker sind also i.O.. CD anschließen und auf CD schalten: Brumm da = CD defekt ( Kabel auch überprüfen ). Mit CD ist es i.O.? Phono anschließen: nur Phonoverstärker, dann mit Laufwerk. Jetzt weiß man ob es der Phonozweig ist. Immer noch kein Brumm? Dann ist es mit Sicherheit der Tuner. Anschließen: Brumm da? Antennenkabel abnehmen. Brumm weg? Galvanisches Trennglied zwischenschalten.

Ein Kanal nicht i.O.!
An Quelle ( Platte oder CD ) die Kabel zum Vor- Vollverstärker rechts / links tauschen
Fehler bleibt auf dem ursprünglichen Kanal: Defekt liegt im Verstärker oder Lautsprecher. Defekt ist auf anderen Kanal gewechselt: Fehler liegt im Quellenbereich.

Ein oft vernachlässigter Faktor: die Platzierung der Musikanlage!
Finger weg von Glas- und Metallböden, sie sind optisch reizvoll, klanglich jedoch nachteilig.
Empfehlenswerter sind viele Arten Holz und Naturstein

Holz:
Eine solide Holzfläche ist tonal eine sehr ausgewogene Lösung. Je nach Holzart 2 oder 3 cm Stärke sind schon im grünen Bereich.
Qualität kommt jedoch auch hier vor Quantität so ist die grundsätzliche Beschaffenheit des Materials ausschlaggebender: eine weiche Holzart, z. B. die amerikanische Pappel, (wie bei Zingali Lautsprechern) hat eine hohe innere Dämpfung. Auf Pappelholz gebettet werden Geräte tonal eher warm und voll klingen. Buche oder Multiplex eher etwas offener, straffer im Bassbereich.

Mamor & Granit
Hervorragend geeignet für Anlagen mit eher etwas zu starkem Bass. Quadratische Räume lassen die Kontrolle im Bassbereich gerne etwas vermissen. Nachteil: nicht so gut geeignet für große und/oder im Tiefton schlanke Räume. Hinzu kommt ein relativ hoher Anschaffungspreis.

Schiefer
Besonderheiten: das HighEnd-Gestein schlechthin. Bei normal abgestimmten Anlagen die goldene Mitte. Mit ein wenig (Baby-) Öl einreiben, um eine schöne, tiefschwarz-glänzende Tönung zu bekommen. Gibt einen vollen sonoren Klang, positive Analytik - sprich: viele Details ohne anzustrengen, jedoch keine Antwort auf zuviel Bass. Gute Komponenten werden noch besser - zu einem recht günstigen Preis. Auch für Plattenspieler sehr empfehlenswert!

Der Materialmix
Häufig hat sich bereits eine Kombination von Materialien bewährt. Die Stellfläche Ihres „Altars“ könnte aus einer Basisplatte im Sandwichverfahren bestehen. Eine Holzplatte dient als bedämpfende Unterseite - je nach Raumakustik eine passende Stein- oder Holzoberfläche wählen. Um beide Materialien zu verbinden, bedienen wir uns eines dauerhaft weichen Materials. Ideal ist Neopren oder ein fester PE-Schaumstoff. Auch sehr gut bewährt hat sich eine 5 mm starke Bitumenschicht. (Dauerelastische Dachabdichtung - Vorsicht nicht alle Marken sind geruchsneutral)

Ein Tip am Rande: in jedem Fall können unsere Spikes den Klang Ihrer Kette weiter verbessern (Zubehör: enVogue Stoke). Sie machen zwar aus vorhandenen Glasplatten keinen Schiefer, doch... hören Sie selbst! Gerne schicken wir Ihnen ein oder mehrere Dreiersets. Sie wissen ja, 14 Tage Rückgaberecht mit Geld-zurück-Garantie.

Spike Platzierung
Nicht unbedingt immer schön in die Ecken des Gerätebodens verteilen. 3 sind immer besser als 4. Der wichtigste Spike gehört immer unter den Netztrafo. Bei Röhrenverstärkern zusätzlich unter die Ausgangsübertrager.

Lautsprecher einmal richtig aufgestellt!
Hier bieten wir Ihnen eine Hilfe bei der Feinaufstellung Ihrer Lautsprecher. Wir setzen voraus, dass Sie über grundsätzliche Dinge informiert sind.

Spezielle, weitergehende Einzelberatung geben wir Ihnen gerne telefonisch: 02436 / 382850.

Sie brauchen Ihre beiden Ohren und ein geeignetes Musikstück. Keinen Zollstock. Es gibt keine akustisch symmetrischen Räume.

1. Suchen Sie sich einen aussagekräftigen Titel mit einer Solostimme die sich in der akustischen Bildmitte befindet. Sehr gut geeignet sind Monoaufnahmen. Auch können Sie Ihren Verstärker auf Mono schalten oder über ein Kabel oder Y-Stecker ein Monosignal herstellen.

2. Stellen Sie Ihre Lautsprecher (LS) symmetrisch zum bevorzugten Hörplatz auf. Hierbei wichtig: möglichst keine zu geringen Abstände von Möbeln, den Seitenwänden und der Rückwand. Im normalen Wohnzimmer lässt sich in der Regel leider keine optimale Studioabhörbedingung schaffen, aber ein Optimum aus den gegebenen Bedingungen herausholen, dabei möchten wir Ihnen helfen.

3. Mit größerem, rückseitigem Wandabstand wächst die räumliche Tiefe und die tonale Ausgewogenheit. Die Anwinkelung der LS ist eine Frage der LS-Konstruktion und des Geschmacks. Die direkte Anwinkelung, Chassis auf den Hörplatz gerichtet, offenbart die beste Fokussierung und eine gute Tiefenstaffelung. Gerade, also parallel ausgerichtet, wird das Klangbild breiter, etwas weniger tief, aber normalerweise auch etwas diffuser.
Bei zwei oder mehr Zuhörern, sollten Sie einmal mit einer überzogenen Anwinkelung experimentieren, quasi einen Schnittpunkt vor dem eigentlichen Hörplatz anvisieren.

4. Wir empfehlen den Mittelweg. Richten sie die LS so, daß Sie noch ein wenig von der Innenseite der LS sehen können. Natürlich variiert diese Aufstellung von Fall zu Fall. Bei weniger idealen Gegebenheiten, z. B. Fensterglas seitlich ohne Vorhänge, macht sich eine größere Anwinkelung oft positiv bemerkbar.

5. Jetzt kommen wir zum Hören. Geeignete CD oder LP mit Stimme in der Mitte auflegen. Die Stimme wird im Idealfall mit ihrem kompletten Frequenzbereich aus einem möglichst nicht mehr als fußballgroßen Punkt genau zwischen den LS kommen. Ist die Stimme nach links versetzt - linken LS zurückschieben oder rechten LS nach vorne holen. Die S-Laute der Stimme sind jetzt genau in der Mitte, aber der Bassanteil in der Stimme zieht wahrscheinlich einen Bauch nach rechts oder links - die Anwinkelung eines der LS vergrößern oder vermindern.

Investieren Sie ein wenig Zeit und Konzentration und Sie werden von dem Ergebnis überrascht sein. Nicht nur eine perfekte Fokussierung sondern auch der Bassbereich ist besser konturiert. Die gesamte räumliche Darstellung gewinnt immens. Das Ganze ohne eine Mark zu investieren.

Finden Sie Ihr persönliches Optimum: einen gut strukturierten und tiefreichenden Bass, einen sonoren, plastischen Mittenbereich und klare, saubere Höhen. Das alles nicht hübsch sortiert, sonderen integriert in die Musik. So erzeugt man Gänsehaut - unserer Meinung nach der wichtigste Indikator!


Richtige Tonalität!
Alles dreht sich hier um die Basswiedergabe. Etwas mehr oder weniger fällt unter Geschmacksache. Allerdings zuviel des Guten dröhnt und verschmiert die Mitten und Höhen. Zu wenig wird überanalytisch, nervig und ohne Substanz im wichtigen Mittenbereich klingen.

Abhilfe schaffen ein paar gezielte Maßnahmen. Aufstellung der LS mehr oder weniger zur Wand. Bedämpfung und/oder Diffusion auf der Stirnseite des Raumes durch ein gezielt platziertes Bild oder auch zwei. Dabei ist auf Rahmen gespannte Leinwand normalen Gemälden mit Glasabdeckung vorzuziehen. Hervorragend: Offene Bücherregale hinter oder zwischen den LS. Große Zimmerpflanzen in den Raumecken helfen. Der Fläche zwischen den LS kommt eine große Bedeutung zu. Sie sorgt bei geeigneter Diffusion oder Bedämpfung für mehr Körper, bessere Räumlichkeit und Ortbarkeit. Die Klangfarben nehmen zu, mehr Substanz und Charakter entsteht. Gleichfalls nicht zu vernachlässigen: Die Seiten und die Rückwand. Topfplanzen, Vorhänge und Bilder sind auch hier sehr praktikabel. Wichtig ist ebenfalls, selbst etwas Abstand zur Rückwand zu haben. Sitzen Sie direkt vor der Rückwand? Beugen Sie sich nur einmal etwas vor. Sie werden den Unterschied hören.

Versuchen Sie mit unseren Tipps in Ihrem Wohnzimmer einen Konzertsaal entstehen zu lassen, einen Jazzkeller oder eine Halle mit einem Rockkonzert. Normalerweise brauchen Sie keine teuren Roomtune Artikel, sondern einfach nur experimentieren mit Bildern, Pflanzen und Teppichen. Sie werden staunen, was man erreichen kann.

Viel Spaß und viel Erfolg!

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